Die Brennerei Scior

In der Jahnstraße 16/18 in Erbach befand sich die Brennerei von Friedrich Scior. Gegründet 1840, stellte man dort zunächst nur Schaps und Likör her, später kam noch die Fabrikation von Essig und auch Mineralwasser dazu.

Bekannt auch über den Odenwald hinaus waren der Weinbrand "1840" und der Odenwälder Tropfen, der noch heute vertrieben wird.

Auf dem alten Druck sieht man links  vorne das Haupthaus in der Jahnstraße, das 1761 errichtet wurde.

Diese Karte aus den 20er Jahren zeigt im Vordergrund das Café von Leonhard Glenz, das Haus dahinter ist das von Scior.

Eine Rechnung von Friedrich Scior aus dem Jahr 1928. Den Kopf der Rechnung zieren zahlreiche Auszeichnungen und Medallien, die er für seine Branntweine erhalten hatte. Neben dem Odenwälder Tropfen und dem dem Zwetschgenbranntwein bewirbt die Rechnung auch andere Getränke wie z.B. einen Curcao und Essige.

Hier hat Wilhelm Holschuhe für die von ihm unterhaltene Kolonialwarenhandlung in Günterfürst 155 Liter Einmach-Essig gekauft.

Diese Anzeige von ca 1880 weist darauf hin, dass Leornhard Glenz auf seinem Stand auf der Festwiese neben dem Bier auch feinste Branntweine und Liköre von Scior anbietet. Also nichts wie hin!

So warb Scior in den ca. 50er Jahren. Ob man heute noch so offensiv für Alkohol werden dürfte, ist fraglich.

Eine etwas unscharfe Aufname aus den 1910er Jahre zeigt die Brennerei Scior aus der anderen Richuntg, die Einfahrt befindet sich auf Höhe der Pferdekutsche.

1867 erschien diese Anzeige im Erbacher Kreisblatt. Hier wurden Heidelbeeren in großen Mengen für das Brennnen gesucht.

Das Sammeln von Heidelbeeren war ein Wirtschaftsfaktor im Odenwald. Es fand sich hierzu am 5. Juli 1904 folgender Artikel im Erbacher Kreisblatt: "Die Heidelbeerernte hat, was den Zwischenhandel anbelangt, in den letzten zehn Jahren einen wesentlich anderen Charakter angenommen. Früher kamen Herren aus Hamburg oder Bremen und besorgten den Aufkauf selbst. Sie zeichneten sich durch ein flottes Leben, Champagnergelage etc. aus und die Heidelbeeren galten dabei oft 5 und 4 Pfg. pro Pfund. Damals lag also der Zwischenhandel in den Händen Einzelner und sie drückten die Preise nach Belieben. Nun aber haben sich die Aufkäufer und

Aufkaufstellen gemehrt, d. h. die Konkurrenz hat das Ihre getan, diejenigen auszuschalten, welche den Rahm abschöpften zum Schaden der Pflückenden. Neben der ausgleichenden Konkurrenz hat auch das Großh. Kreisamt Erbach ein Hauptverdienst daran, dass die Preise stetiger und höher geworden sind. In den letzten Jahren hat dasselbe stets Fühlung behalten mit der Obstverwertungsstelle in Frankfurt a. M., dadurch wurden die Marktpreise allgemein bekannt.
Nun ruht der Zwischenhandel in den Händen einiger Aufkäufer an jedem größeren Ort; in friedlichem Wettbewerb zahlt jeder die möglichst besten Preise, um möglichst am meisten liefern zu können. So kommt es, dass in den letzten Jahren der Mindestpreis pro Pfund 8 Pfg. betrug. Auch der diesjährige Preis betrug noch nie unter 9 Pfg. Unter solchen Verhältnissen erfüllen die Heidelbeeren wirklich eine volkswirtschaftliche Mission und sichern den Pflückenden einen ganz hübschen Tagesverdienst."