Das verschindelte Rathaus

Das Rathaus auf einer echten Fotografie aus dem Jahr 1899. Hier, wie auf den weiteren Bildern, war das Rathaus noch verschindelt.

Man beachte den herausgeputzten Knaben mit Melone im Vordergrund!

Diese Postkarte stammt aus derselben Zeit, im Jahr 1900 geschrieben.

Hier erkennt man noch gut die schöne Uhr auf den Schindeln. Die Karte stammt ebenfalls von 1900.

Noch eine Ansicht aus dem April 1900

Ein Bild aus einem alten Magazin

Das rathaus war von 1743 bis 1903 verschiendelt, dann kam die Verkleidung herunter und das schöne, heute stilprägende Fachwerk kam wieder zum Vorschein. Ob Michelstadts Rathaus wohl diesen Weltruhm erhalten hätte, wenn die Schindeln drangebleiben wären?

Auch das Wappen wurde im Zuge der "Sanierung" erneuert, nicht zur Zufriedenheit aller! Am 30. September stand in der Erbacher Zeitung zu lesen: "Michelstadt - Seit heute prangt an unserem Rathaus wieder das alte steinerne Wappen, schön vergoldet und neu bemalt - aber wie! Es ist wrklich ganz neu, das heisst auch in neuen Farben. Etwa im Jahr 1569 verlieh Graf Georg I. der Stadt ihr Wappen: quergeteilten Schild mit zwei gelben Sternen im blauen Feld oben und gelben leeren Feld unten. Diese Farben zeigte das Wappen am Rathaus seither. Auf der Bürgermeisterei liegen auch zwei alte Siegelstempel, auf welchen dieselben Farben durch die dafür übliche Schraffierung bezeichnet sind. Solche amtlich festgstellte Farben dürfen doch nicht willkürlich geändert werden, etwa aus Schönheitsrücksichten, irgend einem persönlichen Geschmack folgend. Ein öffentlich am Rathaus hängendes Stadtwappen ist kein Übungsfeld für Dekorationsmalerei, und Änderungen daran sind nicht zulässig. Die Bürgerschaft wird wohl darauf bestehen, dass ihr Wappee wieder richtig hergestellt wird."

Allerdings war es der Bürgerschaft wohl doch nicht so wichtig, auch 100 Jahre später was es noch blau und gold.

Ein alter französischer Holzstich

Der selbe Stich aber nicht coloriert, abgedruckt in einer französischen Zeitung.

Hierbei handelt es sich wohl um eine Karte der Amerikanischen Soldaten im zweiten Weltkrieg, wie man an der Rückseite erkennt. Sie bildet ein Originalgemälde des Rathauses im Winter ab.

Dies ist die Rückseite der Karte. Wir schätzen sie auf das Jahr 1947.

Dies ist eine Fotografie von einer original Bleistiftzeichung von Fritz Lange. Schätzungsweise 1930er Jahre.

Im Jahr 1903 Muss Franziska Redelheime noch einmal die Gelegenheit genutzt haben, eine Radierung anzufertigen, auf der man das Rathaus mit den Schindeln sieht, denn in diesem Jahr wurden sie ja entfernt. Man sieht den Alltag auf dem marktplat. Wäsche wird gewaschen, Wasser geholt, die Gänse trinken am überlaufenden Brunnen. Leiterwagen werden beladen und die Schornsteine qualmen.

Fast auf jedem Foto vom Marktplatz sind Leiterwagen zu sehen. Wurde hier ein Fest vorbereitet? Überall wehen die Stadtfahnen.

Eine der ältesten und interessantesten Fotografien des Rathauses, aus dem Jahr 1874 ist hier zu sehen. Bauarbeiter stehen neben Bergen von Pflastersteinen und bereiten offenbar das Pflastern des Marktplatzes vor.

Auch diese alte Fotografie zeigt noch das verschindelte Rathaus. Das Bild stammt evtl vom gleichen Tag wie das vorherige, denn man sieht noch die Pflastersteine und auch der Bottich auf dem Brunnen ist derselbe. In dieser Zeit ist das auch wahrscheinlich, denn Fotografen waren nicht sehr oft vor Ort.

Diese Karte wurde 1902 nach Stuttgart versendet.

Dieses tolle Gemädle stammt von Peter Becker aus Frankfurt, er malte es 1901.

Alles zur Baugeschichte erfährt man hier: