Die Kaltwasserheilanstalt

Was war nicht alles schon in diesem schönen Gebäude in Michelstadt. Ein "Wellnesstempel", also die damalige Kaltwasserheilanstalt, verschiedene Schulen, ein Kurhaus und die spätere Stadtverwaltung. Eine alte Ansicht aus dem jahr 1850 findet man beim Hessichen Staatsarchiv: eine der ältesten uns bekannten Zeichnungen des Gebäudes.

Das verwundert auch nicht, denn das Gebäude wurde 1850 errichtet.

Anzeige in der Münchner Zeitung 1844 kurz nach der Eröffnung
Anzeige in der Münchner Zeitung 1844 kurz nach der Eröffnung

Bevor jeoch 1850 das neue Gebäude bezogen wurde, gründete der Michelstädter Arzt Karl Friedrich Christian Scharfenberg die Anstalt 1842 in der Villa Kalkhof. Er betrieb dort Wasserheilkunde und war sowohl Gräflich Erbach-Fürstenauischer Leibarzt als auch Kreiarzt des Kreises Erbach.

Die Villa Kalkhof steht dort wo die d'Orvillestraße auf die Waldstraße mündet am unteren Ende des Kisselbergs

Eine Karte vom 9.9.1899 von einem Kurgast an seine Lieben zuhause.

Es gab auch internationale Gäste. 1911 sendete ein Kurgast diese Karte nach Hause: Nach Buffalo in den USA.

Hier sieht man gut die schöne Brücke und den Springbrunnen im angrenzenden Kurpark, in dem noch heute sehr alte Bäume stehen.

Später richtet sich das Kurhaus der Stadt Worms in dem Geäude ein. Kaltwasserbehandlung lag nicht mehr im Trend.

Lange Zeit war das Kurhaus im Besitz der Familie Giggelsberger aus München.

Ein Blick in den reichen Baumbestand mi Kurpark.

1926 erwarb die Stadt Michelstadt zur Verbreiterung der d'Orville-Straße das Gelände, später war hier auch die Landwirtschaftsschule untergebracht.

Die Friedrich-Aereboe-Schule bezog im Jahre 1946 als Höhere Landbauschule das Gebäude. Sie wurde nach Friedrich Aereboe, dem Schöpfer der modernen landwirtschaftlichen Betriebslehre, benannt.