Das Gymnasium

Die Geschichte des Michelstädter Gynmasiums bekann mit einem Progymnasium in der Bahnhofstraße 31, dem späteren Gebäude der Südhessischen Gas und Wasser AG, das dort 1828 bis 1834 bestand. Im Jahr 1834 wurde in diesem Gebäude dann die Realschule gegründet. Das Gebäude links im Bild (aus dem Jahr 1910) entstand erst 1878. Denn das Gebäude in der Bahnhofstraße, freundlicherweise von den Grafen zur Verfügung gestellte, wurde schon nach wenigen Jahren von diesen für ihre eigene Verwaltung beansprucht. Die Realschule musste sodann in die Kellerei ausweichen, und sogar im Gasthaus zur Amsel (später Altdeutscher Hof) mussten im Tanzsaal Schüler untergebracht werden.

Als dann die Odenwaldbahn ausgebaut wurde und Kriege endeten, wurde es zu voll und für einen Beitrag von 100000 Mark zusätzlich zum Geld der Landesregierung konnte die Stadt Michelstadt 1878 das Gebäude in der Erbacher Straße in Betrieb nehmen.

Ab 1903 wurden mit Sondergenehmigung auch Mädchen an der Realschule unterrichtet. Der Erste Weltkrieg ging nicht unbemerkt an der Schule vorbei: Viele junge Lehrer mussten in die Armee, die Schüler mussten sammeln und die Demobilmachung sorgte für erhebliche Behinderungen der Odenwaldbahn, sodass oft kaum Schüler zum Unterricht kommen konnten.

Ab Ostern 1924 wurde die Realschule zur Oberrrealschule und die erste Reifeprüfung wurde abgehalten, im Jahr darauf wurde der erste Anbau eingeweiht.

Auch die Nazizeit ging nicht spurlos an der Schule vorrüber. 1934 feierte man das 100-jährige Bestehen der Oberrealschule. In der Zeit der nazionalsozialistischen Diaktatur wurde die Schule "Oberschule für Jungen" genannt. Die Zahl jüdischer Schüler, die in Michelstadt schon immer eine große Gemeinde bildeten, sank.

Im November 1945 wurde die Schule als Realgymnasium wiedereröffnet.

 

1965 wurde eine zweite Turnhalle und ein weiterer Anbau in Betrieb genommen. 1972 wurde die Marke der 1000 Schüler geknackt.

 

Das Bild zeigt noch einmal etwas aus der Ältern Geschichte: Eine Karte zum Anlass des Kommers 1912, die an Freunde verschickt wurde und mit der man feiert, die Schule endlich geschafft zu haben. Kommerskarten waren so etwas wie der Vorläufer der Abizeitung.

Dem Buch "Aus der Geschichte der Michelstädter Schulen" wurden die meisten der Daten und Fakten in diesem Text entnommen, dem Autor gebührt der Dank. Das Buch kann über den Link bei Amazon erworben werden und ist eine tolle Lektüre für Interessenten an der Michelstädter Schulgeschichte