Kaufhaus der Gebrüder Rothschild (später Henschel)

1889 gründete Daniel Rothschild das Kaufhaus Rothschild in Michelstadt, Große Gasse 22, und übergab es an seinen Sohn Elias. Laut der Webseite von Henschel: "Der Ursprung unseres Unternehmens liegt in Michelstadt. Mit der Gründung eines „Manufacturwaaren-Geschäfts“ am 1. Juni 1889 legte Daniel Rothschild den Grundstein der heutigen Unternehmensgruppe Henschel. Die Söhne von Daniel Rothschild führten später die Kaufhäuser in Darmstadt und Heidelberg, die heute zusammen mit dem Michelstädter Haus zu unserem Unternehmen gehören."

Diese Karte wurde 1922 an einen Tischdecker im Leipziger Industriepalast verschickt.

Ebenfalls laut der Henschel Webseite: "1935 verkauften Rothschilds das Unternehmen an die neu gegründete Henschel & Ropertz KG und ihren Hauptgesellschafter Dr. Erich Henschel. Die Eigentumsübertragung geschah – trotz der schwierigen Umstände währen der NS-Diktatur – in freundschaftlichem Einverständnis."

Nachdem Elias Rothschild 1926 verstarb, übernahm sein Sohn Moritz  das Geschäft.

Das äusserst angesehene Geschäft in Michelstadt ging hervorrangend. 1933 allerdings brach der Umsatz so rapide ein, dass die Familie Rothschild binnen kürzester Zeit kaum mehr das nötigste zum Leben hatte. Ein Zeitzeuge berichtete, dass von der gegenüberliegenden Bäckerei jeder fotografiert wurde der in das Geschäft ging.

 

Am 14.7.1938 übernahm der Steinbacher Kaufmann Wilhelm Schäfer für 23000 Reichsmark das Geschäft.

Moritz Rothschild, seine Frau Meta und deren Sohn Edgar Gustav wurden am 18.3.1942 deportiert und landeten über Darmstadt im Ghetto Piaski bei Lublin. Die Familie wurde 1952 für tot erklärt, da von Piaski regelmäßig Transporte ins Vernichtungslager Belzec stattfanden. (Quelle "Stolpersteine in Michelstadt" von Heinz Otto Haag)

Eine Anzeige aus der Michelstädter Zeitung von 1927.